Reiseberichte
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5 Dinge, die Du in Indien machen solltest

Delhi, Indien

Zug fahren

Zwischen romantischem Luxus-Express-Zug und verkehrstechnischem Super-Gau – Zugfahren in Indien ist ein Mythos, über den es gefühlt so viele Geschichten gibt, wie Einwohner im Land. Darum: selber ausprobieren. Wer nicht gerade mit einem prall gefüllten Geldbeutel nach Indien fährt, kann den Maharajas-Express vergessen und nimmt den normalen Personenzug, den die Inder auch nutzen. Tipp: Bucht am besten einige Zeit im Voraus, um stundenlanges Warten an indischen Bahnhöfen zu vermeiden. Von Deutschland aus kann man zum Beispiel die IRCTC-Züge (das ist die offizielle indische Zuggesellschaft) über die Website Cleartrip buchen – hat meine Indien-Reise definitiv um einiges erleichtert. Denn Zugfahren in Indien ist so schon aufregend genug. Auf welchem Gleis steht der Zug? Ging es in der unverständlichen Durchsage gerade um uns? Wo ist unser Abteil bei dem kilometerlangen Zug? Ich sage es Dir, es ist definitiv von Vorteil, direkt in sein Abteil einzusteigen – denn ein ‘Spaziergang’ durch den ganzen Zug – mit prall gefülltem Rucksack – ist bei den Menschenmengen schlichtweg unmöglich. Legt lieber einen kleinen Sprint am Bahnsteig ein – und weil es in Indien auch nicht außergewöhnlich ist, auf den fahrenden Zug aufzuspringen, sollte das kein Problem sein ;) Da ich zusammen mit einer Freundin gefahren bin und man als allein reisende Frau in Indien eh schon ein kleines Highlight für die Inder ist, haben wir die 2. Klasse im Zug gebucht, damit wir wenigsten ein klein wenig zur Ruhe kommen konnten. Das heißt nicht, dass wir nicht dauernd angestarrt wurden (daran gewöhnt man sich aber in Indien) – aber es ist eben nicht ganz so voll, wie in anderen Wagen des Zuges. Für eine Over-Night-Fahrt haben wir uns auch mal eine 1. Klasse gegönnt – da gibt es dann sogar Ventilatoren im Abteil. Generell ist Zugfahren in Indien langsam, laut, schwitzig, chaotisch, nervenaufreibend – und einfach nur großartig! Man sieht viel von der Landschaft, kommt extrem günstig von A nach B und hat das Gefühl, wenigstens ein bisschen in das “echte” indische Leben einzutauchen.

Zugfahren in Indien

Bahnhof Jaisalmer, Indien

In der Wüste schlafen

Einmal unter klarem Sternenhimmel in der Wüste schlafen – das war ein Traum, den ich mir in Indien endlich erfüllt habe. In der wunderschönen und sehr sehr heißen Wüstenstadt Jaisalmer ging es los in die Wüste Thar, die an der Grenze zu Pakistan liegt. Nach einer etwa zweistündigen Kamel-Tour schlugen wir unsere Lager auf. Unsere Guides kochten über offener Flamme ein traditionelles indisches Abendbrot, während wir den Sonnenuntergang genossen. Mit dem Eintritt der Dunkelheit gab es noch einen heißen Chai-Tee und volkstümliche Wüstenmusik von unseren indischen Begleitern, bevor wir unter die Decken auf unseren Feldbetten krochen. Ein einzigartiges Panorama war das, was uns der Himmel dort bot. Die komplette Dunkelheit legte ein Himmelszelt frei, wie ich es noch nie gesehen hatte. Ebenso faszinierend: die Sonne, die in der Früh über die gelben Sanddünen kriecht, sie in ein rosarotes Licht taucht und die Kühle der Nacht verschwinden lässt.

Wüste Thar, Indien

Ein Disko-Tuk-Tuk finden

Tuk Tuk fahren ist eh schon ziemlich cool, wenn man sich auf den indischen ‘Verkehr’ einlassen kann und sich nicht die ganze Zeit verkrampft am Sitz festhält. Wichtig: Immer vorher darauf achten, dass der Fahrer ein funktionierendes Taxameter hat UND dieses auch benutzt. Für lange Strecken oder wenn Du den Fahrer den ganzen Tag buchen willst, mache auf jeden Fall einen Festpreis ab. Wenn Du nicht verhandelst, hast Du schon verloren. Wie das geht? Frage den Fahrer nach dem Preis. Biete im höchstens die Hälfte von dem an, was er will. Trefft Euch ungefähr in der Mitte. Ganz wichtig: Beim Aussteigen sagen die Fahrer gerne noch mal einen anderen Preis als vereinbart: weil so viel Verkehr war, er einen längen Weg fahren musste, Parkgebühren dazu gekommen sind, das Benzin in der letzten Stunde teurer geworden ist oder oder oder. Alles Quatsch, Du zahlst den vereinbarten Preis und nicht mehr. Das ist aber eher eine Sache des Prinzips. Generell ist Tuk-Tuk-Fahren für uns Europäer immer noch extrem günstig – wenn Du mit Deinem Fahrer also den ganzen Tag unterwegs bist und ihr Euch gut versteht, freut er sich sehr über ein ordentliches Trinkgeld. So, und jetzt zum Disko-Tuk-Tuk. Wenn du Glück hast, erwischt Du ein Gefährt, das nicht nur wunderbar geschmückt, sondern hinten auch eine richtig dicke Anlage mit ordentlich Bass eingebaut hat – so wird die Stadtrundfahrt erst richtig lustig. Da man die lustigen Gefährte nicht sonderlich gut im Straßenverkehr ausmachen kann, frage mal in Deinen Unterkünften nach. Wir haben unseren Disko-Fahrer in Jaipur von unserem Hotelier in Agra empfohlen bekommen – seine Nummer habe ich übrigens noch, falls Du mal in Jaipur unterwegs bist.

Tuk Tuk in Indien

Sich auf Land und Leute einlassen

Klingt banal, ist es aber nicht. Kaum eine Kultur unterscheidet sich so sehr von unserer, als die der Inder. Hier einen Kulturschock zu erleiden, gehört für jeden Indienbesucher dazu (außer er setzt sich nur in den klimatisierten Touri-Bus und betrachtet Indien durch eine leicht verdreckte Fensterscheibe). Das Essen schmeckt gar nicht so wie hier beim Inder um die Ecke, sondern pustet einem fast den Rachen weg? Es riecht gar nicht nach frischen Blüten und würzigem Curry, sondern nach Abfall und Verrottung? Statt tanzender Schönheiten in schimmernden Kostümen begegnen einem viel mehr bettelnde Kinder in zerrissenen Fetzen? Willkommen in Indien. Ich will jetzt niemandem Angst machen – Indien ist definitiv ein wunderschönes Land, aber es ist auch laut, schmutzig, extrem voll und manchmal sehr sehr traurig. Übe Dich in Demut und versuche mal, wirklich mit Menschen ins Gespräch zu kommen. Das ist nicht einfach, da die Inder mit ‘uns Weißen’ fast ehrfürchtig umgehen und sich zunächst nicht trauen, viel zu sprechen. Wenn man ihnen aber zeigt, dass man Interesse an ihrem Land und ihren Gepflogenheiten hat, erfährt man spannende Geschichten. Und plötzlich ist Dein Tuk-Tuk-Fahrer eben nicht mehr nur einer von über einer Milliarde Inder, sondern er ist ein junger Mann aus Sri Lanka, der sein Disko-Tuk-Tuk fährt, um nach fünf Jahren endlich mal wieder seine Eltern in der Heimat besuchen zu können.

Inder in Delhi

Mumbai von oben, Indien

Absurditäten genießen

In Indien passieren einem schon viele Sachen, die in den meisten Teilen der Welt schlichtweg unfassbar sind. Seien es Kühe auf offener Straße, Fremde, die einen unbedingt fotografieren wollen und durch einen ganzen Tempel verfolgen oder absurde Werbungen und Video-Clips, die so gar nicht zu der konservativen Strenge des Landes passen. Egal wo Du bist, mache die Augen auf und sauge diese ganzen herrlichen Absurditäten in Dir auf. Denn gegen den alltäglichen Irrsinn Indiens wirkt unser Leben zu Hause doch ganz schön langweilig.

Kuh in Indien, Jaipur

Taj Mahal, Indien

Werbeplakat in Indien

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2 Kommentare

  1. Bobinaa sagt

    “Honk Ok, Please!” Wer noch nicht in Indien war, sollte schleunigst einen Flug buchen. Danach ist alles anders. Oder, Henni? :)

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