Zuhause
Schreibe einen Kommentar

Reiseleid: Jeder hat mal Heimweh

Weltlust, Heimweh

Reisen ist das, was ich liebe, was mich glücklich macht und antreibt. Und manchmal finde ich Reisen so richtig scheiße. Wirklich jetzt? Ja, wirklich. Manchmal ist das Reisen für mich nervenaufreibend, anstrengend und frustrierend. Dann wünsche ich mich nach Hause in mein Bett, wo ich mir die Decke über den Kopf ziehen kann und wo mich keiner nervt. Ich glaube, jeder Reisende kennt solche Momente – und statt sich selbst vorzugaukeln, dass immer alles total super laufen muss, darf man auch ruhig mal zugeben, wenn es einem schlecht geht.

Warum es ok ist, Heimweh zu haben

Fernweh ist mir sehr viel bekannter als Heimweh. Wenn ich zu lange zu Hause bin, zieht mich alles in die Ferne. Das kann richtig körperlich weh tun. Aber ganz manchmal, wenn ich lange auf Reisen bin, dann kenne ich auch Heimweh. Dieses Gefühl, in der Fremde allein zu sein. Dann möchte ich einfach nur von meiner Mama in den Arm genommen werden oder mit meinen Mädels Kaffee trinken und mich über irgendeinen Quatsch totlachen. Ich mag es sehr, alleine zu sein, meistens genüge ich mir vollkommen. Doch wenn man wochenlang von einem Ort zum nächsten reist, nie irgendwo länger als ein paar Tage bleibt und neue Menschen immer nur oberflächlich kennen lernt, dann fehlt einem die Vertrautheit der Heimat.

Am schlimmsten ist es für mich, wenn es meinen Freunden oder meiner Familie nicht gut geht – und ich nicht für sie da sein kann. Dann verfluche ich jede Stunde Zeitverschiebung, jeden Kilometer, der zwischen uns liegt und jede langsame Internetverbindung. Was man gegen dieses verdammt gemeine Heimweh machen kann? Nicht viel, ganz ehrlich. Heimweh kommt und es geht auch wieder, meist schon nach wenigen Stunden oder am nächsten Morgen. Mir hilft es immer sehr, an meine Liebsten zu schreiben. Briefe, Emails, Facebook-Messages. Nachrichten, in denen ich den Menschen zu Hause mal wieder sage, wie lieb ich sie habe und wie wichtig sie für mich sind. Die Worte nieder zu schreiben hilft mir, meine Emotionen zu ordnen und den Schmerz in Dankbarkeit umzuwandeln. Was noch gut tut? Heulen. Manchmal muss einfach alles raus.

So schlimm so ein Heimweh mal sein kann, so froh bin ich doch darüber. Denn das ist für mich ein Zeichen, wie wichtig mir trotz aller Reiselust meine Familie und Freunde sind, wie wichtig mir die Heimat ist. Manchmal läuft man beim Reisen die Gefahr, seine Wurzeln aus den Augen zu verlieren. Das muss nicht unbedingt schlecht sein, aber für mich ist es wichtig, ein festes Fundament zu haben, auf dem meine ganzen wilden Abenteuer aufbauen. Das Heimweh zeigt, dass es immer einen, nein, viele Gründe gibt, nach Hause zu kommen. Es macht das Wiederkommen noch schöner und verleiht mir auf jedem Rückflug ein kleines Kribbeln der Vorfreude im Bauch.

Teile den Post mit Deinen Freunden!
Share on FacebookTweet about this on TwitterPin on PinterestEmail this to someone

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *


*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>